Niedersachsen führt gemeinsames Fach „Christliche Religion“ ein – Hamburg: „Wir setzen damit bundesweit ein wegweisendes Zeichen für Dialog, Kooperation und moderne religiöse Bildung“
Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird an den allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen schrittweise das neue Fach „Christliche Religion“ eingeführt. Erstmals verantworten damit die evangelischen (Landes-)Kirchen und die katholischen (Erz-)Bistümer in Niedersachsen ihren Religionsunterricht gemeinsam in einem einheitlichen Unterrichtsfach. Mit den heute vorgestellten Kerncurricula setzt Niedersachsen bundesweit neue Maßstäbe für einen zeitgemäßen, ökumenisch getragenen Religionsunterricht in einer pluralen Gesellschaft.
Das neue Fach ersetzt sukzessive die bisher getrennten Unterrichtsfächer Evangelische Religion und Katholische Religion. Es ist bekenntnisgebundener Religionsunterricht im Sinne des Artikels 7 Absatz 3 des Grundgesetzes. Grundlage des Unterrichts bleiben die biblischen Quellen, christliche Traditionen und grundlegende Überzeugungen sowie Fragen nach Verantwortung, Nächstenliebe und Menschenwürde. Gleichzeitig orientiert sich das Fach durchgehend an den Lebensfragen und den Erfahrungen junger Menschen und an der religiösen und weltanschaulichen Vielfalt in Schule und Gesellschaft und eröffnet damit neue Räume für Dialog, Perspektivwechsel und Verständigung in einer vielfältigen Gesellschaft. Neu ist die gemeinsame Verantwortung von Land, evangelischen Kirchen und katholischen Bistümern für Inhalte, Organisation und Curriculum des Faches. Für die Primarstufe und den Sekundarbereich I aller Schulformen wurden Kerncurricula entwickelt.
Niedersachsen reagiert mit dem neuen Fach auf gesellschaftliche Veränderungen und die wachsende konfessionelle, religiöse und weltanschauliche Vielfalt in den Schulen.
Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg erklärt: „Mit dem neuen Fach ‚Christliche Religion‘ entwickeln wir den Religionsunterricht in Niedersachsen konsequent weiter. Niedersachsen setzt damit bundesweit ein wegweisendes Zeichen für Dialog, Kooperation und moderne religiöse Bildung. Schülerinnen und Schüler sollen Orientierung gewinnen, unterschiedliche Perspektiven verstehen lernen und befähigt werden, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Das neue Fach verbindet christliche Bildung mit den pädagogischen Anforderungen unserer Zeit und stärkt zugleich Respekt, Toleranz und demokratische Werte in einer vielfältigen Gesellschaft. Wir schaffen damit ein neues Modell religiöser Bildung, das junge Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit erreicht.“