Beratungsprozess

+++ UPDATE +++

Rechtsgutachten gibt grünes Licht für einen gemeinsam verantworteten christlichen Religionsunterricht in Niedersachsen

Die evangelischen Kirchen und katholischen Bistümer in Niedersachsen haben vor einem Jahr den Vorschlag zur Diskussion gestellt, den evangelischen und katholischen Religionsunterricht zu einem gemeinsam verantworteten christlichen Religionsunterricht (CRU) weiterzuentwickeln. Im Zuge des seit einem Jahr laufenden Beratungsprozesses wurde Prof. Dr. Ralf Poscher, Freiburg i.Br., beauftragt, ein juristisches Gutachten über die Verfassungsmäßigkeit eines solchen Vorhabens zu erstellen. Dieses liegt nun vor und kann hier eingesehen werden.

Eine Weiterentwicklung des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts zu einem gemeinsam verantworteten christlichen Religionsunterricht braucht einen Dialog- bzw. Beratungsprozess, um die Erfahrungen und Kenntnisse möglichst vieler Expert*innen gewinnbringend aufzunehmen.

Die Verantwortlichen in den Bistümern und Kirchen planen zahlreiche Formate für Information, Austausch und Diskussion, um eine umfassende Ergebnissicherung zu gewährleisten. Alle Anregungen, Kritikpunkte und offenen Fragen aus dem Beratungsprozess werden in das abschließende Symposion einfließen, mit dem die Auswertungsphase beginnen wird, um dann die Zustimmung des Landes zu gewinnen, den gemeinsam verantworteten christlichen Religionsunterricht in Niedersachsen gemeinsam umzusetzen.

Dieser Prozess soll parallel auf mehreren Ebenen stattfinden:

  • In den Bistümern und Kirchen in Niedersachsen und bundesweit:
    Dabei werden die verschiedenen kirchlichen Gremien zur Beratung hinzugezogen, um neben religionspädagogischen auch gesamtkirchliche Überlegungen in die Weiterentwicklung einzutragen.
  • Mit dem Land Niedersachsen:
    Aufgrund der gemeinsamen Verantwortung von Kirche und Staat für den Religionsunterricht soll frühzeitig die Expertise der Verantwortlichen aus dem Kultusministerium, den Regionalen Landesämtern für Schule und Bildung und dem Niedersächsischen Landesinstitut für Qualitätsentwicklung in die Beratungen einbezogen werden.
  • Mit den Beteiligten rund um Schule und der Universitäten:
    Die Religionslehrkräfte sind Expert*innen für ihr Fach und bringen vielfach bereits wichtige Erfahrungen mit konfessioneller Kooperation mit. Sie alle können die unmittelbare Perspektive aus der Schule in den Beratungsprozess einbringen.
    Für die Aus-, Fort- und Weiterbildung zeichnen in den verschiedenen Phasen die Universitäten, die Fachseminare und die verschiedenen kirchlichen und öffentlichen Fortbildungseinrichtungen verantwortlich. Sie alle bitten wir, ihre je eigenen Erfahrungen und Kenntnisse aus der Qualifizierung für den Religionsunterricht und seine Qualitätsentwicklung in den Beratungsprozess einzubringen.
    Der gemeinsam Erziehungsauftrag von Schule und Eltern sowie die möglichen schulorganisatorischen und -rechtlichen Konsequenzen erfordern eine frühzeitige Einbindung von Eltern(-vertretungen) und Schulleitungen in den Beratungsprozess.
    Ebenso werden wir Schüler*innen(vertretungen) in den Prozess einbeziehen.
    Alle Beteiligten rund um Schule und der Universitäten sind wichtige Partner*innen nicht nur für die Beratungs-, sondern auch die Umsetzungsphase.

Den Verantwortlichen ist bewusst, dass mit der Weiterentwicklung des Religionsunterrichts Veränderungen sowohl in den beruflichen Zusammenhängen wie auch im konfessionellen Selbstverständnis aller Beteiligten, insbesondere aber der Religionslehrkräfte angestoßen werden. Der Beratungsprozess möchte im ökumenischen Miteinander auch diese möglichen Herausforderungen wertschätzend aufnehmen und begleiten.

Wir freuen uns auf den gemeinsamen Weg!

Die Schulreferent*innen
der katholischen Bistümer und evangelischen Kirchen
in Niedersachsen